Hypnotherapie – der unbewusste Selbstanteil in der Psychosomatik

persoenlichkeitsanteile hypnoseDes Öfteren kommt es vor, dass ein unbewusster Selbstanteil für ein störendes und unangenehmes Beschwerdebild verantwortlich ist. Dies kann bei den Betroffenen zu einer enormen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen, weil sie sich in bestimmten Lebenssituationen nicht so verhalten können, wie sie es gerne möchten. Häufig fällt es den Betroffenen schwer, sich vorzustellen, dass sich hinter den Beschwerden durchaus eine gute Absicht eines unbewussten Selbstanteils verbergen kann.

Die typischen Beschwerdebilder sind in der Psychosomatik zu finden und sie gehen meist mit schwankenden Symptomen einher, wie zum Beispiel einem Reizdarm oder anfallsweise auftretendem Asthma Bronchiale, auch Allergien, dissoziative Störungen und ein Tinnitus können dazugehören.

Ein sorgfältiges Vorgespräch vermeidet eine Verzerrung der Symptome

Bei psychosomatischen Beschwerdebildern ist das Vorgespräch in der Hypnotherapie sehr sorgfältig zu führen, um erst mal zu klären, ob es sinnvoll ist, bei den vorliegenden Symptomen in Betracht zu ziehen, dass ein unbewusster Selbstanteil dafür verantwortlich ist. Es versteht sich von selbst, dass dementsprechend die bisherige medizinische Diagnostik gründlich hinterfragt werden sollte. Gegebenenfalls ist anzuraten, diese erst mal vollständig abzuschließen, um durch eine zu frühe hypnotherapeutische Einflussnahme eine Symptomverzerrung und eine daraus resultierende Fehldiagnose zu vermeiden!

Verschiedene hypnotherapeutische Ansätze und die gute Absicht des Unbewussten

Für die Arbeit mit unbewussten Selbstanteilen gibt es in der Hypnotherapie verschiedene Ansätze, zum Beispiel das Six-Step-Reframing aus dem NLP oder die hypnoanalytische Teilearbeit, abgeleitet aus der Ego-State Therapie und der Arbeit mit dem inneren Kind. 

Während der Anwendung dieser Methoden geht es darum, in Kontakt mit dem unbewussten Selbstanteil zu kommen und diesen zu motivieren, das bisherige Tun, welches für die vorliegenden Beschwerden sorgt, einzustellen und ein anderes nützlicheres Tun für die Zukunft anzunehmen. Dabei wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass der unbewusste Selbstanteil die vorliegenden Beschwerden mit einer guten Absicht bewirkt, um das Selbst vor einem größeren Schaden zu schützen.

Meistens erfahren die Betroffenen im Therapieverlauf die gute Absicht von dem unbewussten Selbstanteil, allerdings ist dies nicht immer so. Manchmal bleibt die gute Absicht auch im Verborgenen und der unbewusste Selbstanteil signalisiert “nur“ die Bereitschaft dafür, ein nützlicheres Verhalten für die Zukunft anzunehmen. Auch in diesem Fall ist es gut möglich, in der weiteren Trancearbeit ein neues Verhalten im Unbewussten zu etablieren und damit das Beschwerdebild aufzulösen. 


Eine Trance ist für die Betroffenen sehr zuträglich, um mit ihrem unbewussten Selbstanteil in Kontakt zu kommen. Dabei läuft die Kommunikation zum Therapeuten über Sprache, Kopfnicken und Kopfschütteln oder über ideomotorische Signale (meist Fingersignale).

Bei den ideomotorischen Fingersignalen kann ein Finger „Ja“, ein anderer Finger „Nein“ und ein dritter Finger „Ich möchte nicht antworten“ bedeuten.

Die ideomotorischen Fingersignale werden in Trance im Kontakt mit dem Unbewussten angelegt.

[Bildquelle: Colourbox.com]


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