Ideomotorische Signale in der Teilearbeit

Für unerwünschtes Verhalten und Empfinden, wie beispielsweise cholerisches Reagieren in Stresssituationen oder auch Weinen, ist in der Regel nicht das ganze Psychische–Sein verantwortlich, eher nur ein Teil. Ein anderer Teil moniert dieses Verhalten und Empfinden und möchte dies entsprechend ändern. Letztendlich ist dieser Konflikt die Motivation, bei einem Coach oder Therapeuten wirksame Unterstützung zu suchen.

Bei der sogenannten Teilearbeit bietet es sich an, ideomotorische Signale einzusetzen, um ohne Beteiligung und kognitive Leistung des Bewusstseins, Antworten direkt vom Unbewussten zu erhalten.

Läuft die Kommunikation mit dem Unbewussten über die Beteiligung des Bewusstseins, entstehen häufig Widerstände, Blockaden, Widersprüchlichkeiten – Verzerrungen. Die Gründe, weshalb der Einsatz ideomotorischer Signale in der Arbeit mit inneren Teilen sehr beliebt ist. Dabei werden häufig die bekannten ideomotorischen Fingersignale  eingesetzt. Diese wurden maßgeblich von Milton H. Erickson, Lesley Le Cron und David Cheek entwickelt. Anschaulich im Buch von Agnes Kaiser Rekkas

–klinische Hypnose und Hypnotherapie, Kapitel 5– 

beschrieben.

Bei der Etablierung der Signale empfiehlt es sich, die Finger an einer Hand zu wählen, statt beide Hände einzubeziehen. Denn bei der Kommunikation mit dem Unbewussten erfolgt die Reaktion an den Fingern impulsiv – “elektrisch“ in Form von Zucken. So gestaltet es sich eher schwierig, beide Hände dabei im Blick zu haben.

Der Coach oder Therapeut leitet zunächst eine Trance ein. Ist der Klient im gewünschten Zustand, wird sein Unbewusstes aufgefordert mit dem Finger zu reagieren, mit dem ein – Ja – Ausdruck finden soll. Erfolgt eine Reaktion, wird in gleicher Weise fortgefahren, um Fingersignale für – nein – und – ich will nicht antworten – zu etablieren.

Später, im Laufe der Hypnosesitzung, folgt die Etablierung des Fingersignals – Es ist etwas Neues geschehen – darüber ist es dem Coach oder Therapeuten möglich, grundsätzliche – deutliche Veränderungen in der Lösungsarbeit abzufragen und zu erkennen. 

Bei der Arbeit mit inneren Teilen, ist die Empfindlichkeit der Teile zu beachten und bedeutungsvoll. Manchmal reichen Nuancen im Tonfall aus und es entstehen bereits Widerstände im Rahmen der Mitarbeit. Dies lässt sich gut, mit einem großen Spielraum an Wahlmöglichkeiten, vermeiden. So kann es sein, dass selbst das Angebot von mehreren Fingern als Wahlmöglichkeit, um ein – Ja – oder – Nein – etc. auszudrücken, zu klein empfunden wird und sich keine gewünschte Reaktion einstellt. In diesen Fällen, ist eine Erweiterung der Wahlmöglichkeiten oft ein guter Schritt, bis hin zur völlig freien Wahl.

 –...und wenn der Moment für dich stimmt, kannst Du mich wissen lassen, auf welche Weise Du mir mitteilen magst, welches Zeichen Ja bedeuten soll.–

 Im Buch von John Grinder und Richard Bandler

–Therapie in Trance, Kapitel 5 (Refraiming)– 

werden zahlreiche Möglichkeiten beschrieben, welche Körperreaktionen als ideomotorische Signale vorkommen und geeignet sind.

Beispiele:

Kopfnicken– bzw. schütteln, Augenbrauenzucken, Mundwinkelzucken, Stirnrunzeln, Rötungen der Haut, Bewegungen der Füße bzw. Beine, auch das ganze Heben eines Armes oder Beines ist als – Ja / Nein – Signal etc. geeignet.

 Der Meister lehrt ohne Zwang und führt ohne zu Herrschen.

–Unbekannt–