Arten der Hypnose

Die vielen Gesichter der Hypnose

Hypnose: Ein einziges Wort, aber viele verschiedene Bedeutungen. In diesem Artikel möchten wir Ihnen gerne vorstellen, welche Arten der Hypnose es gibt und wie sie sich voneinander unterscheiden.

Anwendungsgebiete der Hypnose

Eigentlich arbeiten sie alle mit demselben Werkzeug: Der Zahnarzt mit seinem Schmerzpatienten, der Therapeut mit seiner von Angstattacken geplagten Klientin, und der Bühnenkünstler bei der Showhypnose. Und dennoch unterscheidet sich die Art der jeweiligen Arbeit grundlegend, auch, wenn sich die Art der durchgeführten Hypnose oftmals erstaunlich ähnelt.

Hypnocoaching: Gesundheitsprophylaxe und die Stärkung gesunder Persönlichkeitsanteile

Unter Hypnocoaching versteht man die hypnotische Arbeit mit Menschen, wenn keine therapeutische oder klinische Indikation vorliegt. Einige klassische Anwendungen für das Hypnocoaching sind:

  • Raucherentwöhnung
  • Gewichtsreduktion
  • Selbstbewusstseinsförderung
  • Businesscoaching mit Hypnose
  • Blockadenabbau

Modernes Hypnocoaching ist weit mehr als nur das Vorlesen von vorgefertigten Hypnoseskripten. So arbeiten qualifizierte Hypnocoaches je nach Bedarf mit dynamisch-ressourcenorientierten Mitteln, wie z.B. ideomotorischer Fingerbefragung oder Dialogtechniken wie dem Zauberraum. Erfolge können sich oftmals schon nach der ersten Sitzung einstellen.

Hypnotherapie: Arbeit an den tiefsten Seelenschichten

Therapeutische Manuals, wie zum Beispiel das ICD-10 (International Classification of Diseases), geben vor, wann aus einem Problem ein klinisch relevantes Symptom wird. Hierzu zählen zum Beispiel:

  • Ängste
  • Depressionen
  • psychosomatische Erkrankungen
  • Phobien
  • Panikattacken
  • Sexualstörungen
  • neurotische Störungen
  • ... und viele mehr

All diese Symptome dürfen in Deutschland ausschließlich von Menschen mit therapeutischer Zulassung behandelt werden. Dies sind in der Regel Heilpraktiker, Pschotherapeuten oder Ärzte. Wenn diese nun mit Hypnose arbeiten, spricht man von Hypnotherapie. Der Hypnotiseur heißt in diesem Fall Hypnotherapeut.

Die Hypnotherapie genießt seit 2006 wissenschaftliche Anerkennung, und das aus gutem Grund: Sehr häufig sind selbst bei schwerwiegenden Problemen beeindruckende Fortschritte zu erzielen. Gute Hypnotherapeuten arbeiten mit ihrem Klienten an den tiefsten Schichten ihre Seele, und entlasten auf diesem Weg von altem Ballast (Hypnoanalyse) oder bauen beispielsweise neue, hilfreiche Ressourcen auf (lösungsorientierte Hypnotherapie). In vielen Fällen lässt sich die Hypnotherapie auch prima mit anderen, bereits laufenden Psychotherapien kombinieren.

Blick über den Tellerrand

Hypnose kann noch in vielen weiteren Fällen eingesetzt werden. So gibt es zum Beispiel die forensische Hypnose, die die Polizei bei der Ermittlung in Straffällen unterstützen soll. Es gibt experimentelle Hypnose, Hypnose in Kombination mit anderen Techniken, wie zum Beispiel EFT und EMDR, und vieles mehr. Ein Blick über den Tellerrand lohnt sich also immer.

Hypnosestile - und was sich dahinter verbirgt

In der Hypnose selbst lässt sich nochmals zwischen verschiedenen Stilarten unterscheiden. Häufig hört man hier von:

  • Direkter Hypnose, oder echter Hypnose
  • Indirekter Hypnose, oder Hypnose im Stile von Milton H. Erickson

Die direkte Hypnose

Direkte Hypnose wird auch häufig direktive Hypnose oder paternale Hypnose genannt. Ihre Fans bezeichnen sie gerne auch als echte Hypnose. Sie zeichnet sich durch relativ direkte Befehle aus, wie zum Beispiel "Schließe deine Augen und entspanne deinen ganzen Körper". Ziel ist es meist, den Klienten möglichst schnell in möglichst tiefe Trancezustände zu befördern.

Die indirekte Hypnose

Bekanntester Vorreiter der indirekten Hypnose war der amerikanische Psychiater Milton H. Erickson, der auch heute noch als Aushängeschild für den indirekten Stil dient. Das Vorgehen bei der indirekten Hypnose ist sehr permissiv, eine typische Formulierung wäre zum Beispiel "und vielleicht spürst du jetzt, wie schwer deine Augenlider werden und wie sie sich jetzt ganz von selbst schließen ... während du jetzt oder in wenigen Augenblicken feststellst, wie sich dein Körper ganz automatisch wundervoll entspannt". Ziel der indirekten Hypnose ist es, dem Klienten (zumindest scheinbar) die Kontrolle über sein Handeln, Empfinden und Trance-Erleben zu geben.

Welcher der beiden Stile ist nun besser?

Der Deutsche Verband für Hypnose e.V. unterstützt einen sehr pragmatischen Hypnoseansatz: Der beste Stil kann immer nur der sein, der zum Klienten passt! Manchmal ist direkter besser, während für andere Klienten ein sanfterer Stil wahre Wunder wirken mag.

Aus diesem Grund begrüßt es der Verband, wenn seine Mitglieder möglichst umfassend ausgebildet sind. Ein Hypnotiseur, der sowohl direkten als auch indirekten Stil beherrscht, wird sich niemals die Frage stellen müssen, welche Art von Hypnose er jetzt nutzt. Statt dessen lässt er sich auf das Erleben des Klienten ein und findet so automatisch den richtigen Stil.