Zertifizierungsstufen des DVH

Der Deutsche Verband für Hypnose e.V. bietet - zusätzlich zu der regulären Mitgliedschaft - drei verschiedene Zertifizierungsstufen:

  • HypnoCoach
  • Hypno-MasterCoach
  • Hypnotherapeut

Die Stufe HypnoCoach eignet sich besonders für Menschen, die die Hypnose zusätzlich zu ihrer Hauptqualifikation (z.B. Business Coach o.ä.) ausüben wollen. Die Stufen MasterCoach sowie Hypnotherapeut eignen sich auch als eigenständige Hauptqualifikationen. Hauptunterschied zwischen (Master-)Coach und Therapeut: Für die Zertifizierung Hypnotherapeut ist zwingend eine Heilzulassung notwendig. 

Aktuell können die Zertifizierungen der Stufe Master-Coach / Hypnotherapeut ausschließlich über angeschlossene Ausbildungsinstitute angefordert werden. Die zu zertifizierenden Hypnotiseure müssen bereits Mitglied im Verband sein, die Zertifizierung selbst ist kostenlos. Eine Auflistung angeschlossener Ausbildungsinstitute ist über den Verband erhältlich bzw. auf der Webseite einsehbar. Folgende Richtlinien gelten für Ausbilder und Ausbildungsinstitute, um vom Deutschen Verband für Hypnose e.V. offiziell anerkannt zu werden und um ihre eigenen Schüler wiederum über den DVH zertifizieren zu können:

  • Die Themen Thema Suizidprävention, Psychopathologie und Unterscheidung heilkundlicher / nichtheilkundlicher Hypnoseinterventionen müssen ausreichend gewürdigt werden. Sollte ein Trainer selbst keine Heilzulassung besitzen, macht er sich mit dem Themenkomplex ausreichend vertraut oder nutzt einen Trainer mit Heilzulassung für diesen Ausbildungsabschnitt.
  • seriöser und ethisch einwandfreier Außenauftritt, sowohl des Instituts als auch der Ausbilder
  • die angebotenen Ausbildungen müssen klar gegliedert  und strukturiert sein
  • das Ausbildungsinstitut muss eine klare Unterscheidung heilkundliche / nicht-heilkundliche Hypnose treffen, falls nicht ausschließlich Therapeuten unterrichtet werden

Zusätzlich besteht nochdie Möglichkeit, die Stufen Master-Coach / Therapeut entweder a) bei besonderer Eignung nach Vorstandsbeschluss zu erlangen, oder b) nach einer Ausbildung an einem Institut, das derzeit nicht offiziell als Lehrinstitut gelistet ist, aber nach Vorstandsbeschluss unsere Qualitätsrichtlinien erfüllt.

Übersicht der drei Qualifikationsstufen

HypnoCoach

Ausbildungsdauer: mindestens sieben Tage

Mindestinhalte:

  • Grundsätzliche Psychopathologie
  • Kenntnis über Kontraindikationen
  • Suizidprävention
  • mind. eine direkte Hypnoseinduktion, mind. eine indirekte Induktion
  • Kenntnis über Unterschiede suggestiver, dynamischer (ressourcenorientierter / lösungsorientierter / kreativer / dialogbasierter) und analytischer Hypnose
  • Kenntnis Wirkmechanismen Showhypnose
  • Suggestiblitäts- bzw. Imaginationstests
  • DVH-Kodex als Grundlage
  • Anwendung Suggestivhypnose (Zweck- und Zielsuggestionen)
  • Armlevitation, Armkatalepsie
  • Posthypnotische Anweisungen
  • sicheres Rückführen aus der Trance

Hypno-Mastercoach

Ausbildungsdauer: mindestens 16 Tage, verteilt auf einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten Mindestinhalte - zusätzlich zu den Anforderungen an den HypnoCoach:

  • genaue Zielvereinbarung und Coachingplanung
  • Erstellung einer eigenen Induktion, Vertiefung und Wirksuggestionstext
  • Selbsthypnosetechniken
  • Tiefenentspannungstraining
  • Grundkenntnis gesundheitsprophylaktische Maßnahmen (Raucherentwöhnung, Gewichtsreduktion und Co)
  • Beherrschung min. einer Fachrichtung (siehe weiter unten)

Hypnotherapeut

Ausbildungsdauer: mindestens 16 Tage

Mindestinhalte - zusätzlich zu den Anforderungen an den HypnoCoach:

  • Anamnese und Therapieplanung
  • grundlegende Kenntnisse über die Behandlung von Angsterkrankungen (Panikattacken, generalisierte Angststörung, Phobien)
  • grundlegende Kenntnisse über die Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen
  • gute Beherrschung mindestens einer therapeutischen Fachrichtung (Analyse, Erickson etc.)
  • therapeutische Zulassung

Für beide - Hypno-MasterCoach und Hypnotherapeut - zusätzlich:

  • verschiedene Definitions-Ansätze der Hypnose
  • 6-Step-Process: Unterteilung von Tranceerfahrungen
  • hypnotherapeutische Grundhaltung
  • Sitzungskontext
  • Wirksamkeitsfaktoren erfolgreicher Veränderungsarbeit
  • (neuro-)logische Ebenen in der Hypnose
  • Unterscheidung der verschiedenen Grundformen und -ansätze der Hypnose
  • Unterscheidung klassische, Ericksonianische und Neo-Ericksonianische Hypnose
  • Konzept des inneren Wächters
  • rechtliche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für die nicht-heilkundliche Hypnose
  • Konzept der Übertragung und der Gegenübertragung
  • mittelbare und unmittelbare Gefahren der Hypnose
  • Unterscheidungskriterien Abreaktion und Retraumatisierung
  • State vs. Non-State Theorie
  • Unterscheidung der Trancetiefen
  • Unterscheidung pragmatische (zielzentrierte) / methodische (interventionszentrierte) Hypnose

Fachrichtungen

Hypnoanalyse / Revitalisierungshypnose

  • regressive Verfahren
  • aufdeckendes Arbeiten
  • Abreaktion und Katharsis
  • Arbeit mit dem inneren Kind

Ericksonianische Hypnose

  • Arbeit mit Sprachmustern
  • Miltonmodell
  • Metamodell
  • Indirekte Induktionen

Kreative Heilhypnose

  • Fokalanalyse
  • Arbeiten mit inneren Bildern
  • Arbeiten mit unbekannten Anteilen

dynamisch-ressourcenorientierte Hypnose

  • Zauberraumtechnik o.ä.
  • Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen oder Archetypen und / oder ideomotorische Fingersignale

Weitere

  • integrative Mischung aus NLP mit hypnotherapeutischen bzw. Hypnocoaching-Interventionen
  • generative Trance / Hypnose

Login